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28. Sep 2018

Darwin Deez

Gibt es eigentlich noch Hippies? Falls ja, dann ist Darwin Deez einer. Der zottelhaarige Frontmann der gleichnamigen Band stammt aus South Carolina. Seine Eltern waren Anhänger des indischen Gurus Meher Baba, dem The Who mit „Baba O’Riley“ eine musikalische Hommage widmeten, der 44 Jahre lang schwieg, weil wahre Liebe keine Worte braucht, und dessen letzter Satz vor dem Verstummen Bobby McFerrin zu einem Welthit verarbeitete: „Don’t worry, be happy.“ Diese Philosophie hat auch Deez geprägt. Liebe, und dann tu, was du willst, lautet das Gesetz. Sei originell, aber wahrhaftig und brillant dabei. Und vor allem: Humor nicht vergessen. So ist auch seine musikalische Entwicklung eine echte Achterbahnfahrt. Er schrieb seinen ersten Song mit elf, nachdem sein Vater ihm ein paar Akkorde auf der Gitarre beigebracht hatte. Er kam über Nirvana zu Fugazi und Superchunk, gründete eine Band, um dann mit 13 die Chemical Brothers zu entdecken und festzustellen, dass das die Musik der Zukunft sei. Fortan stand Drum’n’Bass auf dem Schild, bis mit Jimmy Eat World die Gitarren wieder zurückkamen. Er studierte Stepptanz, arbeitete in New York als Kellner in einem veganen Restaurant und komponierte im stillen Kämmerlein Noise-Pop, inspiriert von Animal Collective und den Strokes, der nie veröffentlicht wurde. Und irgendwann nahm er seine Debütplatte auf, daheim, mit einer viersaitigen Gitarre in eigenartiger Stimmung und ein paar Casios. Der Erfolg stellte sich sofort ein, Hits wie „Radar Detector“ und „Up In The Couds“ eroberten die Indie-Charts und vor allem die Tanzflächen. Darwin Deez brauchte eine Band, verpflichtete eine Bassistin, die noch nie Bass gespielt hatte, und weitere Mitglieder und nannte das Projekt der Einfachheit halber Darwin Deez. Seither sind drei Alben erschienen, und in diesem Sommer kommt das vierte in die Läden und auf die Plattformen. Darwin Deez sind Popmusik, wie sie immer sein sollte: Unprätentiös, frei von übertriebener Coolness, aber großartig; offen, aber konzentriert; musikalisch auf den Punkt genau, fröhlich, tanzbar, voller origineller Ideen. Man hört das große Talent für catchy Hooks, schöne Melodien und Harmonien und die Gabe, im nächsten Moment dann alles doch anders zu machen und mit der Bratzgitarre dazwischenzufahren. Zu allem Überfluss erfindet Herr Deez hin und wieder noch eigene Tänze für seine Musik, die er dem Publikum dann beibringt. Im September zum Beispiel, wenn Darwin Deez zu uns auf Tour kommen.


artheater Köln
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