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19. Sep 2018

Alexis Taylor

Alexis Taylor: Der Hot Chip-Kopf erneut solo
Viertes Soloalbum „Beautiful Thing“ erscheint im Frühjahr


Der künstlerische Weg des Sängers, Songwriters, Pianisten und Multiinstrumentalisten Alexis Taylor ist zweifellos eng verknüpft mit der britischen Indie- und Elektronik-Band Hot Chip, mit der der begnadete Soundschmied bis heute nicht nur sechs Alben veröffentlichte, sondern auch das Genre des „Indietronic“ massiv vorangetrieben hat. Doch reicht Taylors Arbeit weit darüber hinaus. Drei zwischen 2008 und 2017 veröffentlichte Soloalben belegten seine kompositorische Klasse abseits der Dance-Musik. Nun wurde für das Frühjahr die Veröffentlichung seines vierten eigenen Albums „Beautiful Thing“ angekündigt, das laut Taylor eine „Zusammenfassung all meiner bisherigen künstlerischen Erfahrungen“ darstellt und von ihm in enger Kollaboration mit dem UNKLE- und LCD Soundsystem-Mitglied Tim Goldsworthy erarbeitet wurde.

Als der Englisch-Student Alexis Taylor im Jahr 2000 mit einigen Studienkollegen in Cambridge die Band Hot Chip gründete, bestand bei den Freunden wenig Interesse an einer glorreichen Weltkarriere. Den Jungs ging es nur um Spaß und darum, einen Sound zu schaffen, der neu, überraschend und unverbraucht war. Der Zufall und der Zeitgeist indes wollten es so, dass Hot Chip schnell zu den Protagonisten eines neuen Sounds aufstiegen, der zu gleichen Teilen im Indie-Rock und in der Dance-Musik steht. Schnell wurden Begriffe wie „Indietronic“ oder „Alternative Dance“ geschaffen, um diesen neuen Klang zu beschreiben. Und Hot Chip avancierten zu einer der erfolgreichsten Gruppen dieses neuen Genres. Vier ihrer sechs Alben kletterten sofort in die Top 20 der UK-Charts, in ganz Europa, Australien, Südostasien und selbst den USA wuchsen die Erfolge von Hot Chip von Platte zu Platte. Doch trotz all dieser Errungenschaften, und obwohl der ästhetische Klangrahmen von Hot Chip viel Raum für Experimente lässt, empfand ihr Sänger und Hauptsongwriter Alexis Taylor innerhalb der Band immer wieder Grenzen des Machbaren.

Jene brach er schon nach dem Release des zweiten Hot Chip-Albums erstmals durch die Veröffentlichung seines ersten Soloalbums „Rubbed Out“ auf. Es folgten zahlreiche weitere Engagements – etwa als Triebfeder hinter der stets rein improvisatorisch agierenden Supergroup About Group, bestehend aus Mitgliedern von Hot Chip, Spiritualized und This Heat, die bislang drei Alben veröffentlichte, welche alle jeweils innerhalb eines einzigen Tages aufgenommen wurden. Beachtung verdient auch seine Mitarbeit bei David Byrnes Projekt Atomic Bomb! Band, die sich der Interpretation der Songs des nigerianischen Kultsängers William Onyeabor verschrieben hat. Zudem arbeitete Taylor im Duett mit dem legendären Steel-Pan-Spieler Fimber Bravo oder als kreative Inspiration für die britischen Pop-Legenden Scritti Politti.

Daneben veröffentlichte er zwei weitere Soloalben, die wiederum unterschiedlicher nicht sein könnten: Während sich „Await Barbarians“ (2014) als luftig-lockere Indie-Electro-Pop-Suite erwies, zeigte sich Taylor auf „Piano“ (2016) von seiner eindringlichsten und intimsten Seite: Die gesamte Platte besteht ausschließlich aus seiner Stimme und seinem Pianospiel. Was für ein einzigartiger Künstler in ihm steckt, zeigte sich in der anschließenden Veröffentlichung des Albums „Listen With(out) Piano“, auf dem die Songs von „Piano“ in voller Bandbesetzung neu interpretiert wurden. Das Besondere: Man kann beide Platten ebenso getrennt voneinander hören, wie man sie auch parallel abspielen kann, wobei sie zu einem ganz neuen Klangerlebnis verschmelzen.

Für sein neues Album „Beautiful Thing“ bündelte Alexis Taylor all diese vielseitigen Erfahrungen und brachte sie klanglich auf den Punkt mit Tim Goldsworthy, der neben seiner Tätigkeit bei UNKLE und LCD Soundsystem auch mit der Gründung des Trip-Hop-Labels MoWax zu einer der führenden Figuren der britischen Musikszene aufstieg. Gemeinsam schufen sie ein Werk, das in die epischen Sphären zwischen Spiritualized und den späten Talk Talk ebenso eindringt wie in die klare Pop-Kompositionskunst eines George Michael oder die aufnahmetechnischen Experimente eines Miles Davis. Es ist sicher eine Platte geworden, die genaues Zuhören verlangt; der Gewinn wird indes umso größer sein, je näher man diesem außergewöhnlichen Werk kommt.




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